Liebe Unterstützer und Freunde,
mit diesem Eintrag muss ich eine wichtige Mitteilung machen.
Leider geht der entwicklungspolitische Freiwilligendienst für mich frühzeitiger zu Ende, sodass es nicht wie angestrebt ein einjähriger, sondern ein dreieinhalbmonatiger Dienst war. Wenn Sie / Ihr das hier lest, sitze ich bereits vor einem deutschen PC.
Grund für diese schwere Entscheidung liegt in der Gesundheit. Seit meiner Ankunft hatte ich mit Magen-Darm-Beschwerden zu kämpfen, extremen Schlafstörungen, großem Gewichtsverlust und ständigen Kreislaufbeschwerden.
Die Symptome haben sich in den dreieinhalb Monaten immer weiter manifestiert bzw. verschlimmert , statt sich, wie erhofft, zu verbessern.
Mein Immunsystem ist durch die anhaltenden Beschwerden stark geschwächt und hatte schon schwer mit einer Bakterienerkrankung (Escherichia coli) zu kämpfen, die mich durch Erbrechen und Durchfall 7kg verlieren ließ.
Nach mehrfachen Arztbesuchen und langem Abwarten wurde mir schließlich der ärztliche Rat ans Herz gelegt, den Dienst vorzeitig zu beenden aufgrund des hohen gesundheitlichen Risikos.
Des Weiteren kann ich mit anhaltenden Beschwerden nicht alle Kraft ins Projekt stecken.
So musste eine sehr schwere Entscheidung getroffen werden.
Ich habe die letzen Wochen bzw. Tage sehr ausgiebig genossen und habe mich von den Kindern, von den Mitarbeitern und von den Mitfreiwilligen verabschiedet.
Ich konnte für mich aus dieser Zeit, wenn sie auch kürzer als geplant war, viel mitnehmen. Ich habe viele Eindrücke von Land und Leuten bekommen und sehr viel Lebenserfahrung sammeln können, sowie Verantwortungsbewusstsein, Selbstbewusstsein und Selbständigkeit weiterentwickeln können.
In meinem Projekt arbeiten weiterhin die Freiwilligen Robert, Milena und Sebastian.
Ich selber werde sehen inwieweit ich IN VIA Köln in Deutschland unterstützen kann, beispielsweise auch im Rahmen des Seminares, zu dem die mit IN VIA kooperierenden Projektleiter der sozialen Einrichtungen in den Länder Tansania, Uganda und Argentinien nach Deutschland eingeladen sind.
Außerdem möchte ich mein Projekt nach Kräften unterstützen, wenn Hilfe aus Deutschland benötigt wird. Bei größeren Aktionen werde ich auch weiterhin meinen Blog aktualisieren, für alle die es interessiert.
Hier noch einige Gedanken dazu:
[...]ich wollte Dir nochmal sagen, dass ich unendlich stolz auf Dich bin: auf Deine Kraft, Deinen Willen und Deine Stärke!
Aber macnhmal gibt es auch Widrigkeiten, und da reicht alle Kraft, aller Wille und alle Stärke leider nicht aus. Besonders ärgerlich , schlimm und fatal sind dabei Widrigkeiten mit denen man eigentlich nicht rechnet und rechnen kann!
Es ist jedoch so unendlich wichtig, dass Menschen hinter einem stehen!!!
Ein „Abbruch“ ist nicht ein Zeichen der Schwäche, sondern kann auch ein Zeichen von Stärke sein.
Du hast nicht versagt, dein Körper gibt hier sehr deutliche Signale.
Humberto selber bezeichnet meine Abreise auch nicht als Abbruch, sondern er sagt gegenüber anderen immer, dass ich meine Arbeit für L.E.P.in Deutschland fortsetze.
Diese mutmachenden Worte haben meine Entscheidung und mich unterstützt und zeigen mir, dass es die Richtige ist, wenn auch eine traurige.
Am Samstag abend fand mein Abschiedsasado mit Mitarbeitern, anderen Freiwilligen usw. statt.
Für die Kiddies habe ich insgesamt 35 Freundschaftsarmbänder geknüpft.
Das war ein Akt. Aber hat sich sehr gelohnt. Jedes Kind hat eins bekommen und es war sehr schön zu sehen, dass sie die tragen, wenn man sie auf der Straße getroffen hat.


























